Respekt - Stadt Bad Salzuflen schneller als die FIFA! Wer kennt es dieser Tage nicht, dieses ständige brummen der Vuvuzelas bei den Übertragungen der Fußball WM in Südafrika. Auch auf dem Sportplatz in Holzhausen haben Kinder dieses Fantröten genutzt, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Aber nicht mit der Stadt Bad Salzuflen. Die lauten Tröten, die einige der Fernsehzuschauer als sehr störend empfinden, sind in Holzhausen längst verboten. Da die Verantwortlichen des Sportvereins der TSG Holzhausen-Sylbach sich nicht in der Lage sehen, dieses Verbot durchzusetzen, soll der beauftragte Sicherheitsdienst nun dafür Sorge tragen, dass die Vuvuzelas schweigen. Deshalb muss der Sicherheitsdienst jetzt bei den Jugendspielen anwesend sein, um gegebenenfalls einzugreifen. Diese neue Einschränkung stellt ein weiteres Kapitel rund um die Sportplatzproblematik in Holzhausen dar. Wie hart man mittlerweile gegen Kinder auf dem Sportplatz vorgeht, zeigt sich aber auch an ganz anderer Stelle. So werden Kinder, die über den Zaun klettern und so außerhalb der vorgeschriebenen Zeiten auf dem Kleinfeld Fußball spielen, von der herbeigerufenen Polizei des Platzes verwiesen. Ich war als Augenzeuge selbst anwesend. Damit aber nicht genug. Die neuste Idee der Stadtväter bezieht sich anscheinend auf den Spielverlauf selbst. Nach Angaben des Sicherheitsdienstes dürfen sich in der Halbzeitpause keine Spieler mehr auf dem Platz aufhalten und damit warm machen. Diese Einstellung der Politik gegenüber lärmenden Kindern, die eigentlich nur Fußball spielen möchten, ist wirklich beispiellos. Selbst der weltweite Fußballverband der FIFA, mit dem von Fußballern allseits beliebten Herrn Blatter an der Spitze, wirkt da nur wie ein Karnevalsverein. Die Politiker fordern von uns Bürgern sparsam zu sein, kinderfreundlich aufzutreten und sich im Ehrenamt zu engagieren. Als Jugendbetreuer der TSG Holzhausen-Sylbach frage ich mich allerdings, warum die Stadt Bad Salzuflen Ihre eigenen Forderungen anscheinend mit Füßen tritt. Ist ein ständig anwesender Sicherheitsdienst, der von Steuergeldern bezahlt wird, sparsam? Ist ein Polizeieinsatz bei verbotenem Betreten des Kleinspielfeldes notwendig und kinderfreundlich? Wie sollen Bürger für das Ehrenamt motiviert werden, wenn die Stadt die Interessen eines Vereines nicht vertritt? Diese Fragen werden wir wahrscheinlich bei den nächsten Wahlveranstaltungen alle zufriedenstellend beantwortet bekommen. Oder ist die Farbe von Pflastersteinen den Stadtvätern am Ende doch wichtiger als die sozialen Belange ihrer Einwohner? Holger Kerkhof, Jugendbetreuer der TSG Holzhausen-Sylbach, Vogelsang 6, 32791 Lage
Vuvuzuela Verbot in Holzhausen
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